Allgemeines

Als Innovationsführer im Gesundheitswesen setzt GE Healthcare Trends – so auch mit einer revolutionären Entwicklung im Bereich der MR-gesteuerten Therapie. Mit der Fokussierten Ultraschallchirurgie unter MR-Kontrolle (MRgFUS) – einer gemeinsamen Entwicklung von InSightec und GE Healthcare – wird Gewebe gezielt durch hochenergetischen Ultraschall eingeschmolzen. Und dies ohne Schnitt, ohne Blut und damit besonders schonend für Patienten. Die MRT dient zur Therapieplanung sowie -überwachung inkl. Echtzeittemperaturmessung. Seit Einführung des ExAblate* Systems wurden weltweit mehr als 9.000 Patienten mit dieser führenden Technologie behandelt.  


Prinzip

Bei der Fokussierten Ultraschallchirurgie werden Ultraschallwellen gezielt im Inneren des Körpers so gebündelt, dass am sogenannten Fokuspunkt Wärme erzeugt wird. Nach einigen Sekunden Energieeinstrahlung werden dabei Temperaturen von 60-80°C erreicht, so dass das Gewebe am Fokuspunkt nekrotisiert wird mit einer millimetergenauen Abgrenzung zu benachbarten Gewebearealen. Die Ultraschallelemente sind in einem speziellen abkoppelbaren MRT-Tisch integriert und werden über ein Computersystem elektronisch gesteuert. Somit können Fokuspunkte unterschiedlicher Größe und an verschiedenen Positionen erzeugt werden.

Die Behandlung erfolgt in einem konventionellen MRT-System, das während der Therapie dreidimensionale Bilder erzeugt, so dass die Behandlung exakt geplant und überwacht werden kann. Die MRT ist außerdem in der Lage, die Temperatur im Gewebe nicht-invasiv und nahezu in Echtzeit zu messen. Somit kann der Arzt die Hitzeentwicklung im Gewebe unmittelbar überwachen und den Behandlungserfolg prüfen.


Lesen Sie HIER das Interview im Handelsblatt mit Dr. Matzko vom Amper Klinikum Dachau.



*Hersteller InSightec LTd

Technik

Die neuste MRgFUS Generation – das ExAblate OR – bietet umfassende Weiterentwicklungen, die eine effiziente Behandlung von Uterusmyomen sowie eine erweiterte Patientenauswahl ermöglichen. Mit dem ExAblate OR können höhere Energiedichten erreicht werden, und es besteht jetzt die Möglichkeit, den Schallweg durch Ausschalten einzelner Transducer-Elemente anzupassen, wodurch bisher schwer zugängliche Gewebeareale ablatiert werden können. Dies alles führt dazu, dass noch größere Behandlungsvolumina erzielt werden und damit bessere Prognosen für einen langfristigen Erfolg. Weiterhin bietet das ExAblate OR wesentliche Workflow-Verbesserungen, wie beispielsweise ein automatisiertes 3D Planungstool, das verschiedene Spotgrößen nutzt, um das vom Arzt vorgegebene Zielvolumen effizient und punktgenau einzuschmelzen. 


Dr. Matthias Matzko, FUS Center Dachau


„Das ExAblate OR ist ein Quantensprung in der Entwicklung dieser Technologie. Dank der neuen Technologie können wir einen erweiterten Patientenkreis behandeln sowie noch bessere Behandlungsergebnisse erzielen. Mit der vorherigen Gerätegeneration haben wir Rezidivraten beobachtet, die vergleichbar sind mit denen bei der operativen laparoskopischen Myomentfernung. Mit dem neuen System erzielen wir im Schnitt 20-25% verbesserte Ablationsergebnisse und die Behandlungszeit wird um durchschnittlich ca. 60 Minuten verkürzt. Damit werden Gesamtbehandlungszeiten von 3 Stunden oder weniger realistisch.“ Dr. Matthias Matzko, FUS Center Dachau.

ExAblate – seit mehr als 10 Jahren bewährte MRgFUS Technologie: 

  • 9.000 Behandlungen weltweit
  • 180 Anwender weltweit
  • 90 Installationen in 20 Ländern
  • 30 Forschungspartner
  • 20 abgeschlossene klinische Studien
  • 10 neue Indikationen werden im Rahmen von Studien erprobt
  • 100 klinische Publikationen
  • 5 Transducer-Generationen
 

Vorteile ExAblate OR:

  • Durchschnittlich 60 min verkürzte Behandlungszeiten*
  • Erweiterte Patientenauswahl
  • Verbesserter Patientenkomfort
  • Aufrüstbar auf zukünftige Forschungsoptionen           

*) Erfahrungswerte unseres Referenzzentrums am Amper Klinikum Dachau.

Uterusmyome

Schonenende und wirksame Behandlung von Uterusmyomen 

Bereits seit mehr als zehn Jahren ist die MRgFUS Technologie mit dem ExAblate von InSightec im klinischen Einsatz zur Behand­lung von symptomatischen Uterusmyomen. Klinische Studien haben die Wirksamkeit der Behandlung und den dauerhaften Erfolg belegt. Zwölf Monate nach der Behandlung berichten 97% der Patientinnen von einer Verbesserung der Symptome, 90% sogar von einer erheblichen oder außerordentli­chen Verbesserung (Stewart et al., OB Gyn 2007). Die neueste MRgFUS Plattform ExAblate OR bietet umfassende Weiter­entwicklungen, die eine noch effizientere Behandlung mit deutlich verbesserten Behandlungsergebnissen als in den bishe­rigen Studien ermöglichen. Bei der MRgFUS Therapie bedeutet maximales Behandlungs-volumen minimales Rückfallrisiko. Mit dem ExAblate OR werden durchschnittliche Abla­tionsvolumina von 88% erzielt – dies zeigen die Ergebnisse des FUS Centers in Dachau. 

Die Behandlung von Uterusmyomen mit MRgFUS dauert je nach Myomgröße 2-4 Stunden, in denen die Frau ruhig auf dem Bauch liegen muss. Es ist keine Narkose notwendig, es wird lediglich eine leichte Sedierung verabreicht. Nach einer Ruhezeit von ca. 1 Stunde nach der Behandlung kann die Patientin i.d.R. nach Hause gehen. 

Vorteile MRgFUS:

  • Nicht-invasives Verfahren ersetzt Operation
  • Kein Schnitt, keine Narben, keine Narkose, i.d.R. kein Krankenhausaufenthalt
  • Deutlich kürzere Rekonvaleszenz – die meisten Patientinnen können schon nach 24 Stunden zu ihrem normalen Tagesablauf zurückkehren
  • Keine Belastung durch ionisierende Strahlen
  • Hohe Sicherheit aufgrund der Überwachung im MRT                                                                                                         

     


Bisher wurden weltweit bereits mehr als 9.000 Patientinnen mit symptomatischen Uterusmyomen behandelt. Ein besonderer Vorteil dieses nicht-invasiven Verfahrens ist, dass die Uteruswand nicht verletzt wird und somit die Fertilität der Frau erhalten bleibt. 

Zulassung des Verfahrens

Das Verfahren besitzt seit 2002 die CE-Zertifizierung und seit Oktober 2004 die FDA-Zulassung für die Behandlung von Uterusmyomen. Das Gerät ist außerdem CE-zertifiziert für die Behandlung von Adenomyose und Knochenmetastasen.  

Kostenerstattung durch Krankenkassen 

Seit 2010 übernehmen die Techniker Krankenkasse sowie die AOK Bayern die Kosten für  die MRgFUS-Behandlung im Rahmen eines Versorgungsvertrages mit dem Klinikum Dachau. Seit Juli 2012 gibt es einen Versorgungsvertrag der TK mit dem FUS Center am Marienhospital in Bottrop. Weitere Verhandlungen mit gesetzlichen Krankenkassen laufen derzeit.

* Quelle: InSightec LTd  

Funktionelle Neurochirurgie

ExAblate Neuro für den Transkraniellen MRgFUS (TcMRgFUS)

Operationen am Gehirn, durch die geschlossene Schädeldecke hindurch – ohne Bohrer oder Skalpell. Dies ermöglicht das transkranielle MRgFUS System ExAblate Neuro* – ein speziell für transkranielle Anwendungen entwickeltes Gerät, mit dem hochenergetischen Schallwellen durch die intakte Schädeldecke hindurch hochpräzise und zielgenau auf eine milimeterkleine Region des Thalamus – der Schaltzentrale des Hirn – ge­richtet werden, um Fehlfunktio­nen auszuschalten. Das System verfügt über einen helmartigen Transducer, der aus 1024 Ultraschallelementen besteht. Das zu behandeln­de Gewebe wird sekundenschnell auf bis zu 60°C erhitzt, wodurch die defekten Nervenzellen abgetötet werden. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Anästhesie und visueller MRT-Echtzeitkontrolle. Im Drei-Sekunden-Takt werden MRT Bilder zur Überwachung der Therapie und Temperaturkontrolle im Zielbereich erstellt. 

Seit 2012 hat das ExAblate Neuro die CE Markierung für die Behandlung von neurologischen Funktionsstörungen, wie Tremor, Parkinson oder Schmerz. 

Das Universitätskinderspital in Zürich erprobt das Gerät seit Mitte 2006. Seit April 2010 wird das Verfahren auch in Solothurn am Zentrum für funktionelle Ultraschall-Neurochirurgie am Discovery MR750 des Rodiag Diagnostic Centers mit vielversprechenden Ergebnissen eingesetzt. Die Ergebnisse der ersten klinischen Studien zeigen, dass Patienten, die meist über mehre­re Jahre unter neurologischen Störungen gelitten haben, eine unmittelbare Verbesse­rung der Symptome und der Lebensqualität erfahren.   

   

Weitere Einsatzgebiete des TcMRgFUS 

Neben der Behandlung von Hirnfunktionsstörungen bietet das ExAblate Neuro noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, die gegenwärtig im Rahmen von Studien der Firma InSightec an weltweit sieben Standorten erprobt werden. Die Universität Zürich ist an einer klinischen Studie zur Tumorablation im Hirn mittels TcMRgFUS beteiligt. Weitere mögliche Einsatzgebiete sind „Targeted Drug Delivery“ – bei dem die Blut-Hirn-Schranke durch Ultraschall kurzzeitig geöffnet wird, um Medikamente gezielt in bestimmte Hirnbereiche eindringen zu lassen – sowie die Auflösung von Blutgerinnseln mittels Fokussiertem Ultraschall. Hierzu gibt es bereits erste präklinische Ergebnisse.


*Hersteller InSightec Ltd. CE zertifiziert für die Behandlung neurologischer Funktionsstörungen wie Tremor, Parkinson. Alle anderen Anwendungen werden gegenwärtig im Rahmen klinischer Studien der Firma InSightec erprobt.