Überblick

Der logische Weg zur Lungenprotektion

Der CARESCAPE Ventilator R860 ist das neue Intensivbeatmungssystem von GE Healthcare. Bei seinem Design wurde großer Wert auf eine einfache Bedienbarkeit gelegt und eine neue Dimension klinischer Exzellenz für die Lungenprotektion geschaffen.

Der CARESCAPE R860 ist das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten, in die eine umfassende Sichtung einschlägiger Literatur, begleitende Branchenprogramme und Kooperationen mit Experten aus der Intensivmedizin eingeflossen sind. Aus dem klinischen Feedback wurde die Notwendigkeit zur Vereinfachung der Bedienphilosophie von Intensiv-Ventilatoren erkannt und umgesetzt.

Eine intuitive Benutzeroberfläche, welche eine einfache Anwendung innovativer Messverfahren ermöglicht, konnte in zahlreichen Tests zur Bedienbarkeit von Intensivrespiratoren [system usability score (SUS); User Experience scale (UX)] nachgewiesen werden.


Wählen Sie Ihre bevorzugte Ansicht:

Das neue Bedienkonzept von GE erleichtert den Zugang zu klinischen Daten.

Vom Menü zur Ansicht: Beim CARESCAPE Ventilator R860 wurden Menüs durch „Ansichten“ ersetzt. In Sekundenschnelle sind verschiedene Ansichten verfügbar, mit denen die Anzeige von reduzierten, bis hin zu detaillierten Daten möglich ist. Wählen Sie Ihre individuelle Ansicht: Sie tippen auf das entsprechende Symbol und erlangen Zugang zu den Informationen, welche Sie für Ihren Patienten benötigen.

Navigieren Sie mit nur einem Fingerdruck durch die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft:

Die Ansichten des CARESCAPE Ventilator R860 sind zeitlich von links nach rechts in drei logische Arbeitsbereiche gruppiert: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Durch Wischen von links nach rechts können Sie die Anamnese in ihrer natürlichen Abfolge einsehen: von der Aufnahme bis hin zur Entlassung, vom akuten Lungenversagen bis hin zum Abschluss der Entwöhnungsphase.

Die Vergangenheit: auf der linken Seite befinden sich die Ansichten mit den Trends des Patienten. Wenn Sie den Cursor über einen Hauptparameter bewegen, können Sie die Darstellung um alle zugehörigen klinischen Daten erweitern und zusätzliche Details einsehen. Dank dieser ereignisbezogenen Verlaufsdaten bleibt immer das Wichtigste im Mittelpunkt – der Patient.

Die Gegenwart: in der Mitte befinden sich die Ansichten der gegenwärtigen Beatmungsparameter. Kurvendarstellungen, Beatmungsloops oder kombinierte Datensätze sind problemlos einsehbar, ohne dass die Ventilatoranzeige neu eingerichtet werden muss.

Die Zukunft: auf der rechten Seite befinden sich die Ansichten mit Informationen für die klinische Entscheidungsfindung. Der Arbeitsbereich für die klinische Entscheidungsfindung unterstützt Sie in der Optimierung zukünftiger Ventilatoreinstellungen. Dieser Bereich  umfasst u.a. Funktionen für die Entwöhnung vom Ventilator, zur Lungenprotektion und einer Ernährungsbeurteilung.

Lungenprotektion:  

Lungen sind nicht homogen und erfordern eine individualisierte und protektive Beatmungsstrategie. Der GE CARESCAPE Ventilator R860 überzeugt durch eine fortschrittliche und moderne Visualisierung der integrierten, erweiterten Messverfahren für die Messung des Lungenvolumens, die Prüfung der potenziellen Recruitability und die Titrierung des optimalen PEEP-Wertes.

Spezifikationen

Beatmungsmodi

  • A/C VC (volumenkontrolliert)

  • A/C PC (druckkontrolliert)

  • A/C PRVC (druckgesteuert und volumenkontrolliert)

  • SIMV VC (Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation, volumenkontrolliert)

  • SIMV PC (Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation, druckkontrolliert)

  • CPAP/PS (Kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck/Druckunterstützung)

  • SBT (Spontanbeatmungstest)

  • APRV* (Airway pressure release ventilation) 

  • BiLevel* (BiLevel-Atemwegsdruckbeatmung)

  • BiLevel VG* (BiLevel-Atemwegsdruckbeatmung mit Volumengarantie)

  • SIMV PRVC* (Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation, druckgesteuert, volumenkontrolliert)

  • VS* (Volumenunterstützung)

  • NIV* (Nicht-invasive Beatmung)

FRC INview (optional)

  • Messung der funktionalen Residualkapazität / EELV  – Wash-In- und Wash-Out-Methode zur Bestimmung von 2 verschiedenen FRC/EELV-Werten
  • Numerische und grafische Darstellung des FRC/EELV-Werts

  • Anzeige der 5 zuletzt gewählten FRC-Verfahren

  • PEEPe,Cstat und PEEPi werden zu jeder FRC/EELV dargestellt

  • Trendprotokollierung::

    • FRC/EELV-Messwerte 
    • Beatmungseinstellungen und -verfahren, die sich auf das FRC/EELV-Verfahren auswirken können
  • Automatische FRC/EELV-Messungen nach programmierbaren Zeitintervallen

Lung INview (verfügbar mit SpiroDynamics und FRC INview)

  • Integriert SpiroDynamics und FRC INview in das PEEP-INview-Verfahren

  • Ermittelt bei jeder FRC/EELV-Messung den Volumenbetrag zwischen den dynostatischen Kurven

  • Schätzung des Rekrutierungsvolumens

Momentaufnahme erstellen

  • Sofortige Aufnahme und Speicherung kritischer Daten direkt vom CARESCAPE R860-Bildschirm

  • Gespeicherte Daten:

    • Alle verfügbaren Kurvendaten (15 oder 30 Sekunden)
    • Alarmmeldungen (Aktuell aktive Alarmmeldungen)

    • Alle gemessenen ParameterAlle eingestellten Beatmungsparameter

  • Momentaufnahmen: 10 aktuellste

  • Cursor: Bewegen des Cursors über Kurven zum Anzeigen spezifischer Messwerte

SpiroDynamics

  • Trachealdruck – Volumen-Schleife wird angezeigt

  • Dynostatische Kurve zeigt Ruhedehnungskurve unter dynamischen Verhältnissen

  • Trachealdruck gemessen mit GE-Intratracheal-Drucksensor – Direkter Anschluss an den CARESCAPE R860 - Zusatzdruckanschlus

  • 3-Punkt-Compliance-Messung 

    • bei 5–15 % des Atemzyklus

    • bei 45-55 % des Atemzyklus 

    • bei 85-95 % des Atemzyklus

  • Speichern von bis zu 6 SpiroDynamic-Schleifen

  • Speichern von bis zu 6 dynostatischen Kurven

  • Überlagerung der aktuellen Schleife durch Schleifen und/oder Kurven

  • Cursor kann auf alle angezeigten Schleifen und Kurven angewendet werden – Druck- und Volumenwerte werden an der Cursorposition angezeigt

  • Ppeak, PEEPe, Compliance und Pmean
PEEP INview (verfügbar mit FRC INview)

  • Misst FRC/EELV bei bis zu 5 verschiedenen PEEP-Werten
  • Grafische und numerische Anzeige von FRC/EELV-Werten
  • Benutzerwählbare Anfangs- und Endwerte für den PEEP Range 
    • Beatmungsgerät verteilt die zusätzlichen PEEP-Werte gleichmäßig 
    • PEEP-Messreihe kann steigend oder abnehmend durchgeführt werden
  • PEEPe,Cstat und PEEPi werden zu jeder FRC/EELV dargestellt
Vent-Berechnungen  

Daten von CARESCAPE R860 und externe Laborergebnisse werden zur Berechnung der folgenden Werte verwendet:
  
  • PAO2 – Alveolarer partieller Sauerstoffdruck
  • AaDO2 – Alveo-arterielle Sauerstoffdruckdifferenz 
  • Pa/FiO2 – Sauerstoffsättigungsindex   
  • PaO2/PAO2 – Alveo-Arterielle Sauerstoffdruckdifferenz
  • CO – Herzzeitvolumen 
  • OI – Sauerstoffindex
  • SSpO2/FiO2 – Sättigung FiO2
  • Vd/Vt – Totraumbeatmung
  • Vd – Totraumvolumen
  • VA – Alveolare Ventilation
Tubuskompensation

  • Kompensationstyp: Elektronische Tubuskompensation
  • Kompensation für: Endotracheal- und Tracheotomietuben
  • Schlauchdurchmesser: 5 bis 10 mm
  • Kompensationswert: 25 bis 100 %

Nicht-invasive Beatmung (NIV) (optional)

  • Maskenbeatmung: Ja

  • Integrierter spezieller Algorithmus zur Leckagenerkennung

Automatische Patientenerkennung (APD)

  • Patienten-rekonnektion: Automatische Erkennung im Standby

  • Erkennungskriterium: Gegendruck zum Bias-Flow

Strategie zur Lungenprotektion

Strategie zur Lungenprotektion : 
Ein integrierter Ansatz

Die Lunge besteht aus einem sehr empfindlichen Gewebe. Die mechanische Beatmung, mit zu hohen Beatmungsvolumina oder -drücken, kann zu nachhaltigen Schädigungen des Lungengewebes führen.1

Eine Strategie zur Lungenprotektion kann dabei helfen, dass den verschieden Gewebezonen nur die Therapie zukommt, welche sie benötigen.

CARESCAPE R860 bietet integrierte Lösungen

Der CARESCAPE R860 wurde mit einem einfachen und universellen Navigationsschema entworfen. 
Die integrierten Tools, zur Unterstützung einer individualisierten Lungenprotektion während der Beatmungstherapie, ermöglichen eine bettseitige Berechnung der FRC / des EELV und stellen dem Anwender Daten für die Festlegung  der optimalen PEEP-Einstellung, für Ihren Patienten, zur Verfügung.




Quellen
1 E. D. Moloney and M. J. D. Griffiths,
British Journal of Anaesthesia 92 (2): 261±70 (2004)
2 Hedenstiernia G, Acta Anesthesiol Scand 2012, 56: 675-685
3 Gattinoni L, N Engl J Med 2006;354:1775-86
4 Brunner J, Intensive Care Med. 2009, 35:1479-83
5 Rouby JJ, Anesthesiology 2004; 101: 228–34
6 Gattinoni L, Current Opinion in Critical Care 2004, 10:272–278
7 Chiumello D, Crit Care Med 2008, 12:R150 doi:10.1186/cc7139

Das CT-Bild zeigt die ungleiche Verteilung 
der pathologischen Veränderungen. Jede 
der Gewebezonen benötigt eine 
differenzierte, individualisierte Therapie.
A = Atelektasen    B = Baby healthy lung  
                                  (funktionaler Bereich)
C = Zyklisches Öffnen und Schliessen von Alveolen