GE Healthcare

Prof. Dr. med. Berthold Bein, Leiter der Anästhesiologie und Abteilung für Intensivmedizin der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg: „Das Konzept der AoA ermöglicht eine individuell zugeschnittene Anästhesie.”

More Information
GE Healthcare

Prof. Dr. med. Berthold Bein, Leiter der Anästhesiologie und Abteilung für Intensivmedizin der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg: Live-Demonstration zur Verwendung der AoA in der Klinik

More Information

ÜBERSICHT

Adequacy of Anaesthesia (AoA) ist ein Konzept, das aus mehreren Parametern zur Unterstützung des Klinikpersonals bei der Beurteilung der individuellen Reaktionen von Patienten auf die Verabreichung von inhalierten oder intravenösen Hypnotika, Opioiden und NMBA bei der Vollnarkose besteht.

Erfahren Sie mehr über perioperative Ergebnisse des AoA-Konzepts.

Das Konzept der AoA ist dafür ausgelegt, sich mit den verschiedenen Komponenten zu befassen, die für die Vollnarkose benötigt werden. In der Praxis werden zur Ermittlung der AoA-Parameter die folgenden kontinuierlichen, nicht-invasiven Messungen vorgenommen:

Die wachsenden Zahlen älterer und adipöser Patienten, die sich größeren chirurgischen Eingriffen unterziehen, stellt eine neue Herausforderung für Anästhesieärzte dar, denen es möglicherweise schwer fällt, die angemessene Arzneimitteldosierung für derartig komplexe Patienten zu finden.

Beispielsweise wurden aus Großbritannien die folgenden Statistiken berichtet:

    

Zuwachs bei der Anzahl der Eingriffe in der Adipositaschirurgie über zehn Jahre1


 

   

aus chirurgischen Eingriffen, die an Mitgliedern der Bevölkerung durchgeführt werden, die über 75 Jahre alt sind2


1. Statistiken zu Adipositas, körperlicher Aktivität und Ernährung. England: NHS Information Centre, 2012. Online verfügbar unter: http://www.hscic.gov.uk/catalogue/PUB05131/obes-phys-acti-diet-eng-2012-rep.pdf
2. Griffiths, R. et al. Peri-operative care of the elderly 2014. Anaesthesia 2014, 69 (Erg. 1), S. 81–98

Das Konzept der AoA ist für die Unterstützung des Klinikpersonals bei der akkuraten Personalisierung der Verabreichung von Narkosemitteln ausgelegt, was hilft, das Risiko von Komplikationen während und nach dem chirurgischen Eingriff bei allen Arten von Patienten zu reduzieren, einschließlich der oben erwähnten am meisten gefährdeten Patienten.

Lassen Sie sich von Prof. Berthold Bein, Leiter der Anästhesiologie und Abteilung für Intensivmedizin der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg erklären, wie das Konzept der AoA helfen kann, die Arzneimitteldosierung bei Adipositaspatienten zu optimieren:

Reduzierte Medikamenteneinnahme

Zusätzlich zur Verbesserung der Sicherheit der Patienten während der Vollnarkose hat sich gezeigt, dass das Konzept AoA durch eine maßgeschneiderte Berechnung der Dosierung auf den spezifischen Bedarf des Patienten eine Reduzierung der Einnahme von Hypnotika und Opioiden unterstützt.

Während Studien gezeigt haben, dass eine Entropie-geführte Anästhesie zu einer deutlichen Reduzierung der Einnahme von Narkosemitteln führt1,2,3, haben Chen et al. geschlussfolgert, dass eine SPI-geführte Remifentanil-Titration einen erheblich reduzierten Opioidverbrauch zur Folge hat.4


1. Gruenewald et al. M-Entropy guidance vs Standard Practice during propofol-remifentanil anaesthesia: a randomised controlled trial. Anaesthesia Dez. 2007; 62(12): 1224-9
2. Vakkuri, A. et al. Spectral Entropy Monitoring Is Associated with Reduced Propofol Use and Faster Emergence in Propofol–Nitrous Oxide-Alfentanil Anaesthesia Anesthesiology 2005; 103:S. 274–9.
3. Aimé et al. Does Monitoring Bispectral Index or Spectral Entropy Reduce Sevoflurane Use? Anesth Analg 2006; 103:S. 1469 –77. 
4. Chen, X. et al. Comparison of Surgical Stress Index-guided Analgesia with Standard Clinical Practice during Routine General Anaesthesia. Anaesthesiology 2010; 112:S. 1175– 83.
5. Bergmann, I. et al. Surgical pleth index-guided remifentanil administration reduces remifentanil and propofol consumption and shortens recovery times in outpatient anaesthesia. BJA 110 (4): S. 622–8 (2013)

Weniger hämodynamische Komplikationen während der Vollnarkose

Klinische Studien haben gezeigt, dass sowohl die Entropie-geleitete als auch die SPI-geführte Anästhesie helfen kann, die Reduzierung der Inzidenz von unerwünschten Ereignissen wie Hypertonie, Hypotonie, Tachykardie, etc.zu unterstützen.1,2,3


1. Gruenewald et al. M-Entropy guidance vs Standard Practice during propofol-remifentanil anaesthesia: a randomised controlled trial. Anaesthesia Dez. 2007; 62(12): S. 1224-9
2.Chen, X. et al. Comparison of Surgical Stress Index-guided Analgesia with Standard Clinical Practice during Routine General Anaesthesia. Anesthesiology 2010; 112:S. 1175– 83.
3.Bergmann, I. et al. Surgical pleth index-guided remifentanil administration reduces remifentanil and propofol consumption and shortens recovery times in outpatient anaesthesia. BJA 110 (4): S. 622–8 (2013)

Reduzierte Anzahl postoperativer Atemwegskomplikationen

Studien haben gezeigt, dass die Implementierung einer quantitativen neuromuskulären Überwachung per EMG zu einer signifikanten Reduzierung der Häufigkeit von unvollständig reversierten Patienten in der postoperativen Pflege führt. 

Todd et al. The implementation of quantitative electromyographic neuromuscular monitoring in an academic anaesthesia department. Anesth Analg. Aug. 2014; 119(2):S. 323-31

Schnellerer Patientendurchlauf

Studien haben gezeigt, dass die Nutzung von Entropie-Parametern zu einer Reduzierung der verabreichten Narkosemittelmengen und einem schnelleren Erwachen aus der Narkose beitragen kann. Tatsächlich haben Bergmann et al. gezeigt, dass die Einstellung der Remifentanil-Dosierung auf den SPI bei ambulanter Anästhesie zu einer schnelleren Extubation führt1, und Vakkuri et al. haben gezeigt, dass die Entropie-Überwachung hilft, die Erholungsdauer zu verkürzen.2

 

1. Bergmann, I. et al. Surgical pleth index-guided remifentanil administration reduces remifentanil and propofol consumption and shortens recovery times in outpatient anaesthesia. BJA 110 (4): S. 622–8 (2013)
2. Vakkuri, A. et al. Spectral Entropy Monitoring Is Associated with Reduced Propofol Use and Faster Emergence in Propofol–Nitrous Oxide–Alfentanil Anaesthesia Anesthesiology 2005; 103:S. 274–9.

Lassen Sie sich von Prof. Berthold Bein, Leiter der Anästhesiologie und Abteilung für Intensivmedizin der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg erklären, warum das Konzept der AoA insbesondere für das Management von Operationssälen mit hohem Patientendurchsatz wichtig ist:

ENTROPIE-ÜBERWACHUNG


Laut NAP5-Bericht beträgt das Vorkommen von ungeplantem Wachzustand während der Vollnarkose (Accidental Awareness during General Anaesthesia, AAGA) rund 1:8.000 bei der Verwendung der neuromuskulären Blockade und ist assoziiert mit psychologischen Folgen für die Patienten, die diesen Vorkommnissen ausgesetzt sind, insofern, dass 51% dieser Episoden zu Belastungen führten und 41% zu länger andauernden psychischen Schäden. 1

Um derartige Episoden zu vermeiden, insbesondere bei Verwendung der neuromuskulären Blockade oder bei Patienten, die als AAGA-Risikopatienten eingestuft worden sind oder aus anderen Gründen, wird eine Überwachung der Narkosetiefe, wie bei der Entropie-Überwachung, empfohlen. 2  

Die Entropiemessung kann nützliche Informationen zur Wirkung von bestimmten Narkosemitteln liefern. Sie basiert auf einer Sammlung von Daten und der Verarbeitung von rohen Elektroenzephalographiesignalen (State Entropie = SE) und frontalen Elektromyographiesignalen (Response Entropy = RE).



Der empfohlene Wertebereich für RE und SE liegt zwischen 40 und 60. Ein Absinken der SE unter 40 kann daher eine zu tiefe Narkose anzeigen, während ein Anstieg auf über 60 auf die Notwendigkeit einer Anpassung der Titration hinweisen kann.

Studien bei erwachsenen Patienten haben gezeigt, dass die Entropie-Überwachung helfen kann, Narkosemittel auf den individuellen Bedarf des Patienten abgestimmt zu titrieren und mit einer Reduzierung der Verwendung von Narkosemitteln und einem schnelleren Aufwachen aus der Narkose assoziiert ist.3

Erfahren Sie mehr über perioperative Ergebnisse des AoA-Konzepts

Für weitere Veröffentlichungen: Literaturverzeichnis für Veröffentlichungen zur Entropie and Entropy quick guide.

1. NAP5 Report, September 2014
2. Depth of anaesthesia monitors, NICE diagnostics guidance [DG6], November 2012
3. Vakkuri, A. et al. Spectral Entropy Monitoring Is Associated with Reduced Propofol Use and Faster Emergence in Propofol–Nitrous Oxide–Alfentanil Anaesthesia Anesthesiology 2005; 103:S. 274–9.

SPI-ÜBERWACHUNG


Diverse Studien haben in den Fällen, in denen die Opioidgabe auf einer Überwachung der nozizeptiv-anti-nozizeptiv-Balance basierte, von weniger unerwünschten Ereignissen, einer reduzierten Opioideinnahme und kürzerer Aufwachzeit nach der Narkose berichtet.1

Der Surgical Pleth Index (SPI)* ist ein Parameter, der auf die hämodynamische Resonanz des Patienten auf chirurgische Stimuli und die analgetische Medikation reagiert. Bei SPI handelt es sich um einen Algorithmus, der zwei Komponenten des GE-photoplethysmographischen Signals verwendet, das über GE-SPO2-Fingersensoren gemessen wird.

Der SPI-Wert und -Trend geben dem Kliniker in Echtzeit Auskunft über die Resonanz des Patienten auf chirurgische Stimuli und analgetische Medikation und kann somit wertvolle Zeit bei der Optimierung der Analgetikaverabreichung einsparen.

Für den optimalen SPI-Zielwert wurden noch keine offiziellen Empfehlungen abgegeben, da noch mehr Studien benötigt werden, um den klinisch relevanten Bereich der SPI-Messungen weiter zu belegen. Bei mehreren Studien wurde ein Bereich von [20; 50] als Leitwert für die Opioid-Titration genommen.2,3.

Veröffentlichte Literatur lässt vermuten, dass die SPI-geführte Anästhesie zu geringerer Remifentanil-Einnahme, stabileren Hämodynamiken und geringerem Vorkommen unerwünschter Ereignisse führen kann.2,4

Erfahren Sie mehr über perioperative Ergebnisse des AoA-Konzepts

Erfahren Sie mehr darüber, wie SPI funktioniert und über seine klinischen Vorteile: 

1.Gruenewald und Ilies, C. Monitoring the nociception-anti-nociception balance. Best Pract Res Clin Anaesthesiol. Juni 2013;27(2):S. 235-47. doi:10.1016/j.bpa.2013.06.007
2.Chen et al.: Comparison of Surgical Stress Index-guided analgesia with standard clinical practice during routine general anaesthesia Anaesthesiology, V. 112, Nr.5 2010.
3.Wennervirta et al. Surgical stress index as a measure of nociception/antinociception balance during general anaesthesia. Acta Anaesthesiol Scand 2008; 52: S. 1038-45
4.Bergmann, I. et al. Surgical pleth index-guided remifentanil administration reduces remifentanil and propofol consumption and shortens recovery times in outpatient anaesthesia. BJA 110 (4): S. 622–8 (2013)

NMT-ÜBERWACHUNG


Das Vorkommen postoperativer überhängender Kurarisierung (Post-Operative Residual Curarization, PORC) in der postoperativen Pflege (PACU) beträgt bis zu 45% nach einmaliger Muskelrelaxation1. Unter der Annahme, dass sich jährlich etwa 230 Millionen Patienten einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen, würden etwa 100 Patienten pro Minute unter Unbehagen, verringerter Atmungskapazität, Diplopie und einem, um das 4- bis 5-fache, erhöhten Aspirationsrisiko leiden (siehe Abb. X). Derartige Residualeffekte bringen klinische Folgen und Komplikationen mit sich, die den Krankenhausaufenthalt insbesondere bei anfälligen Individuen, wie z. B. adipösen Patienten, verlängern können.

Fig X.

Prof. Jan Paul Mulier, AZ Sint Jan Hospital, Belgien, ist der Ansicht, dass NMT-Überwachung der Schlüssel zur Verhinderung von Atemwegskomplikationen bei adipösen Patienten ist: Hören Sie sich an, wie Prof. Jan Paul Mulier erklärt, weshalb NMT-Überwachung essentiell für die Optimierung der Muskelrelaxation bei dieser schwierigen Patientengruppe ist.

Erfahren Sie mehr, indem Sie sich Prof. Muliers gesamtes Symposium ansehen:

NMT-Überwachungstechnologie von GE 


Die Elektromyographie (EMG) ist der Prozess zur Erfassung der spezifischen elektrischen Aktivität der Muskelfasern als Reaktion auf eine Stimulation des Ellennervs.




Bei der Kinemyographie (KMG) wird mithilfe eines Mechanosensors die evozierte mechanische Reaktion quantifiziert, indem mit einem piezoelektrischen Sensor die Daumenbewegung gemessen und in ein elektrisches Signal umgewandelt wird.



Eine adäquate Erholung von einer neuromuskulären Blockade, die durch einen TOF von über 90% angezeigt wird, kann nur mit einer quantitativen Messung zuverlässig bestimmt werden. Ein per EMG ermitteltes TOF-Verhältnis ist ein alternativer Goldstandard nach der Mechanomyographie (MMG) zur Erkennung einer neuromuskulären Blockade in der klinischen Anwendung, die durch den per Akzeleromyographie (AMG) ermittelten TOF2 nicht ersetzt werden kann.

Veröffentlichte Literatur lässt vermuten, dass die quantitative NMT-Messung die einzige empfohlene Methode zur Diagnose einer residualen Blockade ist1. Tatsächlich können NMT-Messungen dem Klinikpersonal dabei helfen, die Dosierungen während der Anästhesie zu optimieren1 und die Erholung und Vermeidung von Atemwegskomplikationen in der postoperativen Pflege zu verbessern.3,4,5,6

Erfahren Sie mehr über perioperative Ergebnisse des AoA-Konzepts

1. Debaene et al. Residual Paralysis in the PACU after a Single Intubating Dose of Nondepolarizing Muscle Relaxant with an Intermediate Duration of Action. Anesthesiology 2003; 98:1042–8 
2.Liang et al. An ipsilateral comparison of acceleromyography and electromyography during recovery from nondepolarizing neuromuscular block under general anaesthesia in humans. Anesth Analgesia 2013 Aug; 117(2):373-9 
3.Residual neuromuscolar block: lesson unlearned.Part II Methods to reduce the risk of residual weakness .Soriin Brull MD, Glenn Murphy MD. Anaesthesia-Analgesia July 2010 Volume 111 Number 1 
4.Monitoring and Pharmacologic Reversal of a nondepolarizing neuromuscular blockade should be routine. Ronald Miller MD, Theresa Ward BSN, RN . Anaesthesia-Analgesia July 2010 Volume 111 Number 1. 
5.Evidence –Based management of neuromuscular block. Mogensen MD DMSc FRCA, Casper Claudio MD PhD. Anaesthesia-Analgesia July 2010 Volume 111 Number 1. 
6. Neuromuscular Monitoring: what evidence do we need to be convinced? Donati, PhD, MD. Anestehsia-Analgesia July 2010 Volume 111 Number 1. 

Downloads: Empfehlungen für die angemessene Verwendung des NMT-Equiments von GENMT reference article list and NMT quick guide.

ENTSCHEIDUNGSHILFE

Der konfigurierbare AoA-Split-Screen von GEs modularen CARESCAPE Monitoren, in Kombination mit hämodynamischen Parametern und Atemgasmessungen, bietet eine umfassende visuelle Übersicht über den Status des Patienten.


In dem einzigartigen AoA-Split-Screen finden Sie die Funktion BalanceView, die den Surgical Pleth
Index (SPI) und SE-Werte (eine der Komponenten der Entropie-Messung) kombiniert und darstellt.


Wenn in einer Intensiv- und Multitasking-Umgebung jede Sekunde zählt, können Sie sich anhand der
BalanceView rasch einen Gesamteindruck über die Reaktionen des Patienten auf veränderliche Anästhesiebedingungen verschaffen und bei der individuellen Optimierung der Analgetikaverabreichung/ Anpassung der Narkosetiefe wertvolle Zeit sparen.


Der „weiße Punkt“, der sich deutlich vom Zielbereich wegbewegt, kann eine unangemessene Hypnose- oder Analgesieintensität anzeigen.



Wie ist ein Anstieg der Herzfrequenz während der Vollnarkose zu interpretieren: Hypnose oder Analgesie?

Lassen Sie sich von Prof. Berthold Bein, Leiter der Anästhesiologie und Abteilung für Intensivmedizin der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg zeigen, wie das Konzept der AoA in einer Klinikumgebung angewendet wird. 

Weiterhin ist, wie Prof. Bein hervorhebt, die Verwendung von AoA BalanceView besonders hilfreich für das Training junger Assistenzärzte, die dazu neigen, zu viele Opioide zu verabreichen:


Related

Downloads

AoA Klinische Broschüre

PDF 1MB
  • Date Created: 2/28/2017
  • Document ID: JB30708XE(1)c